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Tuesday, February 22, 2011

Al-Qaid



- is the last man standing.

"West" will wake up to the fact in 18 months. There go the Islamist Emirates. The states are going down, and "West" will find itself in a world with no boundaries, evoked by its dimension.

Monday, February 21, 2011

Unity...



...but there is none. All will be over shortly.

Wednesday, December 29, 2010

Fortschrittsglaube

Die unsagbaren Leiden einer mechanisch zersprengten und verelendenden Welt haben es auch dem blindesten Fortschrittgläubigen erschreckend ins Bewusstsein gehämmert, wie weit wir uns von einer sinnvollen, organischen Gestaltung des, wenn auch als Tat wie als Schau zu ungeheurer In- und Extensität verdichteten und verbreiterten Lebens entfernt haben. Die Anschauung, dass Europa im Niedergang begriffen sei, hat daher heute europäische, ja darüber hinaus geradezu planetarische Geltung erlangt.

Paul Wilhelm Krüger, Das Dekadenzproblem bei Jacob Burckhardt. Basel 1930.

Monday, December 27, 2010

Der Glaube des Bürgers

Jedenfalls ist der Glaube des Bürgers, der führende Mann in der Demokratie zu sein und zu bleiben, in Nichts zerronnen. Mit dem Gestaltwandel des Kapitalismus wandelt sich auch der Nationalstaat zunächst in einen anonymen Staat, in dem es Bürger im alten Sinne nicht mehr geben kann. Bestimmte Freiheitsrechte und Freiheiten, die der Bürger im 19. Jahrhundert als Grenzpfähle gegenüber den Ansprüchen der Macht errichtet hatte, sind im Zeitalter des Massenstaates morsch geworden. Der Bürger hat in seiner Spätzeit auch politisch die überkommenen Voraussetzungen für seine Fortexistenz zerstört, indem er zu allen Konzessionen bereit war gegenüber der gestaltlosen Gesamtheit des gesellschaftlichen Massenwesens und der anonymen Macht des Kollektivs, wie Staat, Trust und Gewerkschaft. Die für die ursprüngliche bürgerliche Welt in ihrer grossen Zeit massgebenden Glaubensinhalte und Lebensdeutungen, ethischen Grundsätze und kulturellen Werte waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts nur mehr von dekorativer Geltung und sind im 20. Jahrhundert vollends eingeebnet worden.

Emil H. Maurer, Der Spätbürger. Bern und München 1963.

Friday, December 24, 2010

Ausnahmezustand

Nach Angaben eines Bahnsprechers war am Nachmittag die Strecke Hannover-Magdeburg wegen Vereisung der Oberleitungen gesperrt. In der Nacht zum Freitag mussten mehr als 700 Fahrgäste zwischen Berlin und Hannover in fünf liegen gebliebenen Zügen ausharren. Die Wagen seien jedoch beheizt gewesen und hätten Licht gehabt. Auch sei die Versorgung mit Lebensmitteln sichergestellt gewesen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-12/wetter-bahn-streckensperrung-eis

Tuesday, November 16, 2010

Verknüpfungen

Es zeigt sich - gerade auch in der Geschichte des deutschen Volkes, dass die geistigen Verbindungsfäden zur Landschaft nicht immer nur zum eigenen bewohnten Raum führen, sondern in manchen Epochen Verknüpfungen zu fremden Landschaften herstellen, die schwerwiegende politische Auswirkungen haben. Ausserhalb des eigenen Volksraumes liegende fremde Länder hatten eine so starke Bedeutung, dass sie die politischen Wege der Staatsführung bestimmten. Die deutsche Kaiserpolitik des Mittelalters richtete sich nicht aus wirtschaftlichen Motiven nach Italien, sondern weil auf dem italischen Boden die Idee des Imperiums entstanden war und man glaubte, dass man die Idee des "Reiches" erst dann erfüllt haben würde, wenn man auch den Boden, auf dem sie sich als römische Weltmacht einmal verwirklichte, selbst im Besitz haben würde. Gleichzeitig wurde dieses Rom auch der Mittelpunkt der christlichen Welt, und da das Reich nur als ein "heiliges", getragen von der christlichen Mission denkbar war, so war die Einbeziehung der kirchlichen Metropole in das Reich auch von dieser Seite her das Ziel vieler politischer Aktionen durch Jahrhunderte. Ais dem Kräften des christlichen Glaubens heraus war es möglich, dass wiederholt Ritterheere des Abendlandes Kreuzzüge unternahmen, um das Land zurückzuerobern, in dem der Gründer der Religion gelebt hatte. Fern vom eignen völkischen Landgebiet, im Morgenlande, vom fremden Menschen bewohnt und wirtschaftlich ohne Bedeutung - war es doch "heiliges Land", weil in ihm der Glaube entstanden war, der sich dann in alle Welt hinaus verbreitet hatte. Der innere Besitz seines Ursprunglandes wurde gefordert. Wenn auch noch andere Motive dabei wirksam waren, so ist doch nicht zu leugnen, dass hier eine von geistlichen Kräften des Glaubens getragene Verbundenheit mit einem völkisch fremden Lande vorhanden war, eine Bindung, die zu bedeutungsvollen politischen Bewegungen führte. Es wurden Heereszüge unternommen, bei denen einmal ein Kaiser sein Leben verlor, wärend sein Herzog einer heimatlichen Raumpolitik diente.

Wolfgang Scheibe, Formkräfte der Lanschaft, Kurt Vowinckel, Heidelberg und Berlin 1936 (Schriften zur Geopolitik. 13)

Wednesday, September 8, 2010

Zerbrechen Sie unter der Gemeinheit



Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld. Ermordet 8. September 1944.

Monday, July 12, 2010

Zwischen Verkleinerungssucht und Welterlösungswahn

Es gibt keine Menschheit schlechthin, vielmehr ist uns mit dem Volkstum eine bestimmte Ordnung gegeben, eine Ordnung, in welche wir von Gott hineingestellt sind, auf dass wir in ihr leben und sie erfüllen. Es ist nicht nur unmöglich, sie zu verlassen, sondern schon das Heraustreten ist Sünde. Zweitens: der Volksgebundenheit entspricht die Volksverbundenheit; d. h. der Einzelne ist vor der Gemeinschaft verantwortlich. Aus dem Begriff des Volkstums als einer göttlichen Ordnung folgt die soziale Verpflichtung. Und endlich: hier erhält seinen notwendigen tragenden Grund ein völkisches Wert- und Sendungsbewusstsein. Dieses Bewusstsein ist gleich weit entfernt von jener Verkleinerungssucht, die wir in den jünstverflossenen Jahren so beschämend erlebten, wie von irgendeiner nationalen Überheblichkeit oder irgendwelchem Welterlösungswahn. Es äussert sich vielmehr im ruhigen und sicheren Glauben an das eigene Volk, an seine geschichtliche Berufung zu geschichtlicher Tat.

Hans Teske, Der Begriff des Volkstums. Ein Vortrag. Weiss, Heidelberg 1934.

Thursday, July 8, 2010

Slave mentality

Aber viel schlimmer als alle diese Nachteile war dies, dass die Fremdherrschaft jene seelische Haltung schuf, die Gandhi treffend mit dem Wort slave mentality bezeichnet hat, das heisst die aus dauerndem Sichduckenmüssen entstehende Furchtsamkeit, die in allen Situationen, wo Mannhaftigkeit verlangt wird, zur Charakterlosigkeit wird. Die Zeiten napoleonischer Fremdherrschaft haben uns ja selbst einen Verschmack dieser Gefahr gegeben.

[...]

Zwar nicht alles von der stolzen Würde des Inders war durch die Fremdherrschaft untergegangen. Aber wo sie noch vorhanden war, da durfte sie sich nur da äussern, wo sie den Briten nicht unbequem wurde.

J. W. Hauer, Indiens Kampf um das Reich, W. Kohlhammer, Stuttgart 1932.

Monday, June 21, 2010

Das Kometenjahr

Das Kometenjahr 1811, welches heute noch durch seinen Wein berühmt ist, leuchtete in dem Sinn der europäischen Menschen und auch in meinem Sinn mit der Erwartung und Hoffnung auf von gewaltigen Entscheidungen und Umwälzungen der Dinge, die da nächstens erfolgen würden.

Das kleine und dumme Volk träumte und schwatzte sich mit Ungeheuerlichkeiten von Krieg und Pest müde; die Frommen und die Gescheiten schauten mit sehr verschiedenen Gedanken, Gelübden und Gebeten zum Himmel empor, nicht in ihren Anfängen, aber wohl in ihren Enden der Gebete und Gedanken miteinander einstimmig. Ich, damals ein kleiner Professor in Greifswald, hatte mit vielen Tapfern schon spanische und tirolische Gedanken.

Ich empfand und wusste, dass ein sogenanntes allgemeines, alle Welt in Frieden und Faulheit zugleich begrabendes zweites römisches Imperatorenreich, wie der grosse Attila Europas es verkündigen und weissagen liess, eine Unmöglichkeit war. Ich hatte zu vielen Zorn und Hass in der Brust; ich wusste, dass gottlob viele, ja die meisten davon noch genug im Herzen trugen: es mussten noch gewaltige Kämpfe kommen.

Ernst Moritz Arndt, Meine Wanderungen und Wandlungen mit dem Reichsfreiherrn von Stein, 1858.

Wednesday, May 19, 2010

Germanisches Führerideal

Auch unter Langschädeln und Blondköpfen hat es stets Feiglinge und Verräter gegeben; und jener letzte Ostgotenführer Teja, der im Vorkampfe fiel, war schwarzhaarig und dunkeläugig. Diese Irrwege einer Pseudowissenschaft kann ernste Forschung nicht mitgehen, die ein unverfälschtes Bild des Germanentums zu entwerfen strebt.

Aber der germanische Geist ist vielleicht noch lebendig bis heute: die Auffassung, dass der Tod nichts bedeutet neben der Leistung der Persönlichkeit; das Ehrgefühl, das sich mit Leib und Leben einsetzt für die eigene Überzeugung; das Band der inneren Treue, das Führer und Geführte miteinander verbindet.

Und wo dieser Geist verschüttet ist, da gilt es, ihn wieder zu neuem Leben heraufzuholen. Denn nur dann ist ein Volk verloren, wenn es seine Seele verliert, mag auch im Äusseren durch den Schicksalsgang der Geshcichte vieles verändert worden sein.

Wolfgang Stammler, Germanisches Führerideal. Rede bei der 60. Reichs-Gründungsfeier der Universität Greifswald am 17. Januar 1931.

Friday, February 26, 2010

Vizefeldwebel

Den Reformen sind keine Grenzen gesetzt. Der Neubau, nicht der Wiederaufbau zusammengebrochener Formen, wird den gemeinen Mann so pflegen und führen müssen, wie wir es im Kriege versucht haben. Sparsamster Aufwand an Kraft und doch höchste Leistung. Wir sind durch den Krieg belehrt, dass nur das Volk siegen und gesund bleiben wird, das am wenigsten Büros und Fabriken, und am meisten Bauerhöfe hat, siegen nicht in einem kleinen Weltkrieg, sondern für die Ewigkeit. Wir wissen aus dem Kriege etwas vom Gemeinschaftsleben, seine Vorzüge, seine Gefahren. Wir haben seit dem Kriege auch ein unbegrenztes Vertrauen zum gemeinen Mann, weit entfernt von jener sozialen Süsslichkeit, mit der man sich um die armen Leute zu bemühen pflegte. Hart ist das Leben des gemeinen Mannes. Hart muss es auch bleiben. Hart wird auch unser Leben sein, noch härter als jetzt. Was ungesund und weichlich ist, fällt ab. Auch beim gemeinen Mann. Aber was dann übrigbleibt, jene Elite, die Sonderklasse, die Vizefeldwebel, das ist ein Schlag Menschen, die es in keinem anderen Stand gibt. Eine möglichst hohe Zahl dieser Elite in einem Volk zu züchten, ist Aufgabe des Staates. So, wie wir ihn uns denken.

Ulrich Sander, Das feldgraue Herz. Bekenntnis des Frontsoldaten. Eugen Diederichs, Jena 1934. (Deutsche Reihe. 14).

Tuesday, February 23, 2010

Befreiungsnationalismus

Dass die allermeisten Volksaufstände und Streiks nach 1953 ausserhalb des russischen Kernlandes, ausserhalb des Siedungsgebietes der russischen Imperialnation stattfanden, unterstreicht die Bedeutung des Fortschrittsfaktors "Befreiungsnationalismus". In allen Ländern der national unterdrückten Völker schliesst proletarische Solidarisierung patriotische Solidarisierung ein, mündet das proletarische Risorgimento im nationalen Risorgimento: erlösung der versklavten Klassen durch Erlösung der versklavten Völker - und umgekehrt. Für die Neue Ordnung der Selbstregierung kmäpfen Arbeiter, Bauern und Kolonialnationane - Selbstregierung der Arbeitenden, Selbstregierung der Völker. Das eine ist mit dem anderen unlöslich verbunden.

Es gibt in Osteuropa einen antikapitalistischen Nationalismus, er entfaltet sich als die viatlste, geschichtsmächtigste Kraft des Fortschritts ins Gegenwart und Zukunft, und "antikapitalistisch" - aus der Perspektive der Versklavten - ist ein Synonym für "antibürokratisch", "antietatistisch", "antimaterialistisch", "antiimperialistisch", "antitechnokratisch". Das bedeutet philosophisch, bezogen auf das Menschenbild der Neuen Ordnung: der Mensch ist kein zoologischer, kein ökonomischer, kein juridischer Begriff, sondern ein ethisches und ethnisches Wesen. Selbstverwirklichung des Menschen vollzieht sich in einem nationalen und sozialen Umfeld, das Individuum begreift sich als nationale und soziale Persönlichkeit.

Wolfgang Strauss, Lieber stehend sterben, als auf Knien leben. Die verratene Arbeiterklasse von Kronstadt bis Kattowitz. Mut-Verlag, Asendorf 1982.

Friday, February 19, 2010

Ein Phänomen von Antipolitik

Schon am Beginn war leicht zu begreifen, dass wir eine innere Dynamik in Gang setzten, die völlig autonom war. Seit 1972 war die linke Bewegung schwächer geworden, der Rückschlag setzte ein und viele vorher offene Türen waren nun verschlossen. Ich glaube, dass dies in der RAF zu einer Hassreaktion führte. Da sie überzeugt waren, das Richtige zu tun, haben sie wahrscheinlich geglaubt, dass diejenigen, die nicht ebenso handelten, sich zurückzögen, weil sie vor den praktischen Konsequenzen ihrer eigenen Ideen zurückschreckten. So wurde nach und nach neben dem Imperialismus auch die "feige Linke" zum Feind, die die Revolution wollte, ohne die damit verbundenen Risiken einzugehen. Diese Linken waren also auch "Schweine" wie die anderen. Sie mussten ignoriert werden, mit ihnen diskutierte man nicht mehr, ihnen hörte man nicht mehr zu. Und wenn die Rechten ihnen ihre "Gärtchen" wegnahmen - ihre Demokratie - wenn ging es was an? Viele junge Leute der, wie wir sagen, dritten Generation haben auf diese Weise mit der RAF zu sympathisieren angefangen. Auf der einen Seite sahen sie in Deutschland den Mangel an Initiative auf der Linken, auf der anderen Seite die Notwendigkeit einer Entscheidung. Von da rührt ihre Identifikation mit den Eingekerkerten und ihre Verachtung für die "Demokraten".

Und inzwischen verkörperte die RAF überhaupt kein gesellschaftliches Interesse mehr, sie repräsentierte nur noch sich selbst. Und in ihren Sympathisanten produzierte sie ein analoges Phänomen von "Antipolitik" und in vielen das Abdriften in Kriminalität, Drogen und Selbstmord, eine Tendenz zurVerachtung des Lebens anderer, wie des eigenen. Ich glaube, dass auch die 16 als Terroristen Gesuchten dies im Kopf haben: das Leben hat keinen Sinn, der einzige Sinn, den es haben kann, ist "dass ich ein Schwein töte". Alles was geschen ist, ist sehr gravierend. Weil es den Hebel darstellt, mit dem die Reaktion heute nach und nach die demokratischen Freiheiten abschafft. Die Kapitalisten wissen, dass die Krise lange dauern wird, dass sie nicht mehr so leicht mit dem Konsens regieren können und dass das parlamentarische System nicht mehr ausreicht, um die Gesellschaft zu kontrollieren; und deswegen bereiten sie das Terrain vor, indem sie sich der RAF bedienen.

Horst Mahler, "Die dürfen nicht zu Heroen werden". Interview in: Konkret. Die Monatszeitschrift für Politik und Kultur, Januar 1978.

Friday, February 5, 2010

Das Wohl der Nation

Prüfen wir zuletzt die Sache der Staatsmänner in Europa. Nun, den Theorien der Regierung, den Magna Chartas der Freiheit und den Verfassungen in Europa entsprechend, haben die Staatsmänner und Minister, die mit der Regierung und Führung der öffentlichen Angelegenheiten eines Landes betraut sind, bloss den Willen des Volkes auszuführen. Wir sehen daraus, dass sie auch Maschinen geworden sind, redende Maschinen, tatsächlich blosse Puppen wie in einem Marionettentheater; aufgeblasene Puppen ohne den geringsten Willen, die von dem einfachen Volk gehandhabt, herumgezogen und hin- und herbewegt werden. Wie kann ihnen unter diesen Umständen die Verantwortung für diesen Krieg aufbürden?

Ku Hung-Ming, Der Geist des chinesischen Volkes. Eugen Diederichs, Jena, 5. u. 6. Tsd., 1924, S. 164 f.

Thursday, February 4, 2010

Partia non grata

Wir lehnen jeden halben und utopischen Sozialismus ab. Wir wollen die totale Mobilmachung des deutschen Arbeiterstaates, einen grundlegenden Umbau der deutschen Staats- und Wirtschaftsstruktur. Wir sind die erklärten Feinde aller reaktionären Kliquen. Wir sehen in der "Partei" den Lebensausdruck der bürgerlichen Gesellschaft. Wir sind daher auch die Feinde jeder parteiistischen Herrschaftsanmassung. Die Parteien sammeln Menschen völlig verschiedener Wesensart, legen sie auf gemeinsame ökonomische Interessen und gemeinsame Schlagworte fest. Sie weisen die grösste Verschiedenheit in der Substanz und die weitgehendste Einförmigkeit im Geistigen auf.

Die "gegner" wollen ein Orden sein. Sie wollen grösste Einheit und Straffheit in Haltung und Substanz, Mannigfaltigkeit im Geistigen.

Die "gegner" in der Zeitschrift "Die Kommenden" vom 5. März 1933; ebenso in Gegner Heft 3, 1933.

Monday, February 1, 2010

Wessen Gegner?

Die Begriffe von Kapitalismus, Sozialismus, Nationalismus, Kommunismus, Faschismus usw. sind in ihren bisherigen Bedeutungen verbraucht, sie beweisen von Tag zu Tag mehr ihre Inhaltslosigkeit.

Doch diese Begriffe sind so mit Gefühlen, mit dem Lebenssinn wie mit der Feindschaft von Millionen berknüpft, dass es schon deshalb für den einzelnen, der aus der Phrase zur Einsicht in die Tatsachen zu gelangen sucht, ungeheuer schwer ist, sich hindurchzukämpfen.

Im Kampf gegen die Unklarheiten des Denkens und die Unaufrichtigkeit des Wollens will der "Gegner" den einzelnen helfen, zu weitsichtigeren übergeordneten Meinungen zu gelangen. Er bekämpft ebenso die falschen Hoffnungen der Schlagwort-Idealisten wie die Hoffnungslosigkeit, d. h. Trägheit und Müdigkeit derer, die keinen Boden mehr unter den Füssen fühlen.

In allen Lagern mehren sich die Menschen, die sich auf der Suche nach Erkenntnis der wirklichen Zusammenhänge in dem heutigen Geschehen nicht mehr mit den Parteischlagworten und der Schuld der anderen begnügen können. Der "Gegner" stellt sich denen, die auf neuen und vergessenen Wegen den Sinn dieser Zeit und die Lösung der uns brennenden Fragen zur erfahren streben, zur Verfügung.

Vielleicht sind manche Perspektiven irrig, manche Anschauungen sogar falsch. Wem schadet das?

Wir sammeln die Fragestellungen in den Bewusstsein, dass überall unter dem Chaos der Meinungen das Wissen um die Zeit, das Bewusstsein für das, was im Grunde vor sich geht, zu wachsen und zu reifen beginnt.

Man möge sich darüber beruhigen, dass der "Gegner" kein "Programm" habe, es gibt heute Wichtigeres zu entwickeln als Programme. Es gilt die Konzeption einer neuen einheitlichen Weltanschauung, die hier und dort bereits sichtbar wird. Denn erst eine neue an dem riesenhaften Wissen früherer Kulturen geschulte Sinngebung wird die bedeutenden Teilergebnisse der heutigen offiziellen Wissenschaften und die ungeheuren Wirtschaftskräfte, die diese jetzt vergehende Epoche herausgebildet hat, für Deutschland, für Europa, für alle Länder der Erde fruchtbar machen können.

Bewusst oder unbewusst - der Mythos der Zeit bildet uns bereits, und wir ihn.

Erst grosse, aus tiefen Erkenntnissen stammende Gedanken und Aufgaben werden die von den verschiedenen Grundeinstellungen zum gemeinsamen Werk vordringenden Gegner wirklich verbinden können - hierzu ist der "Gegner" eine Vorarbeit.

Der Gegner, Heft 1/2, 1932.

Friday, January 29, 2010

Atheisten

Orsi bemerkt nämlich, dass die von den iconoclastischen Ketzern angeregte Verfolgung bei weitem von jenen verschieden gewesen wäre, welche die Heiden und die übrigen Ketzer angestiftet hätten. Denn die Heiden wären so weit entfernt gewesen, Gott unmittelbar anzugreifen, dass sie im Gegentheil erklärt hätten, die Christen als des Atheismus schuldig zu verfolgen, weil sie den Dienst ihrer Götter verlassen und sich darauf versetzt hätten, anstatt ihrer einen als Verführer in Judäa gekreuzigten Menschen zu verehren.

Kritische Bemerkungen über den bezüglich auf Russland im Journal de Francfort vom 23. April 1839 eigerückten Artikel. Montag und Weiss, Regensburg 1840, p. 64.

Monday, January 25, 2010

Neue Formen der Weltpolitik

Der Bolschewismus in seiner ältesten Form, die man heute mit dem Namen Lenin bezeichnen darf und die mit dem Tode Lenins nach meiner Überzeugung abgeschlossen ist, hat daran nichts geändert. Der ursprüngliche Bolschewismus ist seiner ganzen Gedankenwelt nach und auch nach der Herkunft eines grossen Teils seiner Träger europäisch, das heisst westeuropäisch. Er hat nichts daran geändert, daß Asien weiterhin als Mittel zu europäischen Zwecken eingesetzt wird. An Stelle der grossen Botschafterposten, mit denen der Zar arbeitete, ist die Gruppe der grossen bolschewistischen Parteien getreten, mit denen die jetzige Regierung in Russland arbeitet, und der Gedanke der heiligen Allianz Alexanders I. ist wieder aufgelebt in dem Gedanken einer Allianz des Proletariats unter dem Sowjetstern. Es handelt sich nach wie vor darum, Westeuropa in irgend einer Form russischen Interessen zu unterstellen und russische Ideen für die Länder des westlichen Europas nutzbar zu
machen.

Oswald Spengler, Aus einem Vortrage "Neue Formen der Weltpolitik", gehalten am 28. April 1924 im Überseeclub zu Hamburg.

http://www.ueberseeclub.de/vortrag/v...1924-04-28.pdf